Historische Einsätze

Historische Einsätze 

 

Der erste Einsatz für die damalige Freiwillige Feuerwehr Borgstede-Jeringhave-Seghorn war am 12. Januar 1911. Es brannte das Lübbensche Haus in Winkelsheide. Durch den schnellen Einsatz konnte es gerettet werden.

Durch den ersten Weltkrieg fehlte es natürlich auch in der Feuerwehr an ausreichendem Personal. Am 5. Juli 1915 kämpften 25 Mitglieder fünf Stunden beim Großbrand durch Blitzschlag des Wirtschaftsgebäudes bei Landwirt J. Praß in Jeringhave. Nur mit Hilfe der zur Unterstützung gekommenen Soldaten der 8. Landabwehrabteilung, die in Dangast stationiert waren, konnten die Nachbargebäude gerettet werden.

Wahrscheinlich durch den Funkenflug einer vorbeifahrenden Lokomotive und unterstützt durch einen starken Sturm brannte am 19. November 1916 die Schule in Borgstede vollständig ab. Zum Pech der Schüler- und Schülerinnen wurde darauf eine zweiklassige Baracke errichtet, in der der Unterricht schon zwei Monate später wieder aufgenommen werden konnte.

Am 11. Februar 1940 brannte bei eisiger Kälte das Anwesen des Landwirts Gerhard Eilers in Altjührden. Schläuche, Armaturen und sogar die Tragkraftspritzen froren ein. Von allen eingesetzten Pumpen war unsere 400 l-Pumpe die einzige, die zuletzt noch lief. Ein Wehmutstropfen war allerdings der Motorschaden unseres Löschfahrzeuges. Da die Kühlwasserablasshähne nicht richtig verschlossen waren, verlor man unterwegs Wasser und hatte den Motor heiß gefahren. Wahrscheinlich hatte man das Kühlwasser vorher wegen dem Frost abgelassen, denn eine Heizung gab es zu dieser Zeit noch nicht im Feuerwehrhaus.

Der schwerste Angriff auf die Hansestadt Bremen erfolgte am Abend des 6. Oktober 1944. Mit 246 Bombern wurde auf die Stadt an der Weser 153 Tonnen Sprengbomben und 735.000 Brandbomben abgeworfen. Ganze Stadtteile standen in Flammen, mehr als 4.400 Wohnungen wurden zerstört, ca. 38.000 Personen obdachlos. Zu diesem Einsatz waren aus dem Landkreis Friesland alle Züge nach Bremen ausgerückt. Der Einsatz dauerte fast 30 Stunden und war erst gegen Abend des 7. Oktober beendet.

Eine große Sturmflut hat am 16. Februar 1962 die deutsche Nordseeküste heimgesucht. In Dangast stand das Wasser bis an die Straße „An der Rennweide“, das Teehaus war komplett von den Wellen zerstört worden und am alten Kurhaus schwappten die Wellen bis über das Dach des Gebäudes. In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar wurden zunächst bei eisiger Kälte mit Sturmböen, Regen und Schnee Sicherungsmaßnahmen durchgeführt und einige Keller gelenzt. Am Tage darauf wurden dann weitere Keller leergepumpt.

Am 1. November 1965, morgens früh um 5:45 wurde der Hof Schwarting Nr. 2, der von dem niederländischen Dirk Luinstra gepachtet war, ein Raub der Flammen. Neben unserer Feuerwehr waren auch die Wehren aus Obenstrohe, Spohle, Varel an der Einsatzstelle. Für den gesamten Wirtschaftstrakt, einschl. der Ernteerträge von 35 Hektar und etwa 50 Teilen Großvieh kam jede Hilfe zu spät. Er brannte bis auf die Grundmauern nieder, es konnte nur noch das Wohnhaus, einige Kühe und die Schweine gerettet werden. An der Einsatzstelle bot sie den Feuerwehrleuten ein grauenhafter Anblick, denn in den Trümmern, aus denen immer wieder Flammen schlugen, lagen die toten Tiere. Mit ca. 100.000 DM damals ein sehr hoher Schaden. Die Löscharbeiten dauerten den ganzen Sonntag an bis Abends um 18:30 Uhr.

 

 

Unfall bei Kanalbauarbeiten hieß es gegen 10:30 am Morgen des 9. Juni 1970. In Dangast waren bei dem Ausbau der Kanalisation zwei Arbeiter in der 4,75 m tiefen Baugrube verschüttet worden. Mit Hilfe unserer Feuerwehr und zahlreichen freiwilligen Helfern, gelang es mit Hilfe des Baggers, Schaufeln und vor allem der Hände, einen Arbeiter gegen 12 Uhr zu sichten und eine Stunde später aus den Sandmassen der immer wieder einstürzenden Baugrube zu befreien. Wie durch ein Wunder hat er die Verschüttung überlebt. Für den zweiten Arbeiter kam jedoch jede Hilfe zu spät, er konnte nur noch tot aus dem Erdreich geborgen werden.

Ein reetgedecktes Bauernhaus in Brunne viel am Sonnabend den 9. Mai 1987 dem Feuer zum Opfer. Der Besitzer, selber Berufsfeuerwehrmann in Wilhelmshaven, war gerade mitten bei der Renovierung des Gebäudes, als das Feuer ausbrach. Das Haus, welches zu dieser Zeit unbewohnt war, brannte durch einen technischen Defekt bis auf die Grundmauern ab, nur die angrenzende Scheune konnte gerettet werden.

Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Abend des 27. Oktober 1991 auf der Autobahn BAB 29 in Höhe der Abfahrt Blauhand. Dort waren bei einem Massenunfall fünf Fahrzeuge, darunter ein Kleintransporter, ineinander gefahren. Unsere Wehr musste dabei den schwer verletzten Fahrer eines Kleinwagens aus seinem völlig verformten Auto befreien und die Unfallstelle absichern. Insgesamt wurden bei dem Unfall neun Personen zum Teil schwer verletzt.

Ein Raub der Flammen wurde gegen Mittag des 28. Mai 1993 die Scheune von Landwirt Maschmann in Langendamm. Der Sohn, selber aktiver Kamerad in unserer Feuerwehr, konnte noch zusammen mit der Feuerwehr einen Zuchtbullen aus dem Gebäude ziehen, doch waren die Verletzungen so groß, das dieser noch vor Ort von der Polizei erschossen werden musste. Durch das schnelle Eingreifen und der Unterstützung durch die Ortsfeuerwehr Varel konnte das angrenzende Wohnhaus gerettet werden. Der übrige Teil fiel dem Feuer, das durch leichten Wind begünstigt wurde, zum Opfer. Neben dem Bullen verbrannte auch ein sich in der Scheune befindlicher Traktor.

 

 

600 Tonnen Sperrmüll standen am Abend des 25. Januar 1997 auf der Mülldeponie Hohenberge in Flammen. Mit fünf Feuerwehren (Varel, Obenstrohe, Borgstede-Winkelsheide, Bockhorn und Jaderberg) wurde die ganze Nacht zum Sonntag das Feuer bekämpft. Das Löschwasser wurde dazu im Pendelverkehr aus etwa 3 km Entfernung mit den Tanklöschfahrzeugen zur Einsatzstelle gefahren. Das zur Betreuung alarmierte Deutsche Rote Kreuz hat die Einsatzkräfte verpflegt.